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Neue Wege in der Depressionsbehandlung

Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Weltweit gibt es bis zu 350 Millionen Betroffene. Erkrankte leiden an Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Selbstzweifeln und werden in ihrer Lebensqualität schwer beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall kann die Depression zu Suizid führen. In den meisten Fällen sind Depressionen heilbar und können heute gut behandelt werden. Neben Psychotherapie ist eine medikamentöse Antidepressivagabe Mittel der Wahl. Bei mehr als der Hälfte aller Patienten wirkt jedoch das erste Antidepressivum nicht. Welche Therapie den Betroffenen hilft, wird nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip erprobt. Dies ist zeitaufwändig, kostspielig und erhöht den Leidensdruck der Patienten.

Die R-Biopharm AG, kompetenter Anbieter innovativer Diagnostikprodukte, lud am 3.Juli 2017 zur Fortbildungsveranstaltung „Psychopharmakologie – Neue Wege in der Depressionsbehandlung“ ein. In den firmeneigenen Räumlichkeiten in Darmstadt fanden sich rund 30 Psychiater und Allgemeinmediziner zusammen, um den Neuerungen in der psychopharmakologischen Diagnostik zuzuhören. Erster Redner war Prof. Dr. Christoph Hiemke, ehemaliger Leiter des Neurochemischen Labors der Psychiatrischen Klinik der Universität Mainz. Er referierte über die Steuerung der antidepressiven Therapie durch Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) und zeigte die Wichtigkeit der Untersuchung des medikamentösen Serumspiegels auf. Diese Möglichkeit der Therapiekontrolle erhöhe die Wahrscheinlichkeit des schnelleren Ansprechens auf ein Antidepressivum, werde jedoch noch zu selten angewandt.

Mit Genanalyse zum Therapieerfolg

Es folgte ein Vortrag von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Florian Holsboer über die Fortschritte auf dem Weg zur personalisierten Depressionstherapie. Der ehemalige Direktor des Max Planck Instituts für Psychiatrie und Vorsitzender der Geschäftsführung der HMNC Brain Health AG in München sprach über die Vorzüge der Genanalyse bei der Depressionstherapie. Jeder Patient reagiere individuell auf ein Antidepressivum. Verantwortlich dafür sei unter anderem das Transportmolekül ABCB1, das an der Blut-Hirn-Schranke dafür sorge bestimmten Antidepressiva den Eintritt ins Gehirn zu erschweren. Mit dem ABCB1-Test können genetische Veränderungen erkannt und die Wirksamkeit zahlreicher Antidepressiva prognostiziert werden, was die Depressionstherapie optimiere.
Im Anschluss berichtete Prof. Dr. med. Edith Holsboer-Trachsler, Extraordinaria für Stress- und Traumforschung der Universität Basel sowie tätig in Lehre und Forschung im Zentrum für Affektive-, Stress- und Schlafstörungen (ZASS) in Basel, über praktische Erfahrungen bei einer auf Labordiagnostik und dem ABCB1-Test gestützten Antidepressivatherapie. Insgesamt zeigten die klinischen Fallbeispiele, dass eine molekulargenetische Analyse der Patienten und TDM zu einer Verkürzung der Suche nach einem geeigneten Antidepressivum führen. Nach einer interessanten Diskussion, bei der es zur regen Beteiligung des Publikums kam, bedankte sich Dr. Frank Apostel, Bereichsleiter des Business Development, im Namen von der R-Biopharm AG bei den Zuhörern und lud zu einem kleinen Imbiss und Umtrunk ein.

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